Frauenhofer-Studie | Faktencheck Photovoltaik

27. August 2019

Strom aus PV-Anlagen ist aus dem erneuerbaren Energiemix nicht mehr wegzudenken. Der Anteil aus Photovoltaik am deutschen Strommix ist in den letzten Jahren im Durchschnitt bereits auf 8,7 Prozent angestiegen. Jahr für Jahr werden neue Rekorde aufgestellt und die Anzahl und der Anlagen nimmt stetig zu. Zukunftsszenarien und das Ausbautempo werden jedoch oft kontrovers diskutiert. Dazu belegt das Frauenhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg mit der aktuellen Studie “Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland” eindrucksvoll, welchen Stellenwert die Solarenergie für eine nachhaltige Energiezukunft hat und liefert Antworten auf drängende Fragen.

Die Studie im Überblick

Auf über 90 Seiten beleuchten die Wissenschaftler des ISE zentrale Fragen rund um das Thema Photovoltaik in Deutschland. Hierfür stellen sie relevante Fragen wie zum Beispiel “Erreichen wir unsere jährliches Zubauziel?” und “Ist PV-Strom zu teuer?”. Darüber hinaus werden auch aktuelle Diskussionen rund um den Flächenbedarf und das Potential mit Fakten aufgezeigt. Die Fragen werden mit einem einfachen “Ja” oder “Nein” beantwortet. Detaillierte Grafiken und Tabellen liefern die nötigen Hintergrundinformationen. Insgesamt bietet die Faktensammlung eine Zusammenstellung der neuesten Zahlen und Erkenntnissen zu den wesentlichen Aspekten im Bereich Photovoltaik. Die hochinteressante Studie zeigt, dass es, neben den vielen Erfolgen, auch noch ordentlich Luft nach oben gibt. Exemplarisch lässt sich dies sehr gut an den Kapiteln zu “Ausbauzielen” und “Kosten für den PV-Strom” nachvollziehen.

Welchen Anteil zur Stromversorgung liefern PV-Anlagen und sind die Ausbauziele erreichbar?

Der Anteil von Solarstrom liegt aktuell bei 8,7 Prozent und kann an Spitzentagen sogar 45 bis 60 Prozent des Strombedarfs abdecken. Der Solarstrom stammt aus PV-Anlagen mit einer Leistung von ca. 46 GW. Aber sind bei der aktuell Ausbaurate die ambitionierten Ziele erreichbar? Die Antwort der Studie auf diese schwierige Frage: Zwar wurden diese für das Jahr 2018 erreicht, aber der Weg zur Erreichung der langfristigen Ziele ist noch sehr lang. Insgesamt wurden 2018 PV-Anlagen mit einer Leistung von rund 2,8 GW installiert. Um jedoch das Ziel von 65 Prozent der erneuerbaren Energien am Bruttoverbrauch bis 2030 zu erreichen, müssen in den kommenden Jahren eine PV-Leistung von mindestens 5 GW neu hinzu gebaut werden.

Was kostet die Energie aus PV-Anlagen?

In den Debatten wird der Solarenergie immer wieder vorgeworfen, dass diese nicht konkurrenzfähig sei und nur durch massive Subventionen am Leben erhalten wird. Die Wissenschaftler des Frauenhofer-Instituts liefern auch hier wichtige Fakten und entkräften die gängigen Vorurteile. So ist ein Kostenvergleich nicht ohne weiteres möglich, da bei den fossilen Energieträgern wichtige Umwelt- und Gesundheitskosten in der Regel nicht berücksichtigt werden. Sogenannte externe Kosten sind zum Beispiel anfallende Gesundheitskosten in der Folge der Schadstoffemissionen oder Kosten für Entsorgung des Atommülls. In den Vergleichsrechnungen werden zusätzlich oft die, vergleichsweise niedrigen Betriebskosten, von PV-Anlagen vernachlässigt. 

Fazit

Wie schon die Vorgänger der interessanten Zusammenstellung des Frauenhofer-Instituts zur Photovoltaik, lohnt es sich auch dieses Jahr wieder einen Blick in die Publikation zu werfen. Die Autoren liefern einen umfassenden Überblick zum Status Quo und liefern schlagkräftige Argumente für neue PV-Anlagen. Die ganze Studie als Download finden Sie unter: https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/aktuelle-fakten-zur-photovoltaik-in-deutschland.pdf.

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