Wie entwickelt sich der Photovoltaik-Markt?

24. März 2019

Der Anteil von 8% am Bruttostromverbrauch spricht für sich: Photovoltaik ist eine wichtige Säule im Energie-Mix. Wie steht es um den Photovoltaik-Ausbau, wie entwickelt sich die nationale und internationale Nachfrage? Welche Regionen werden global überdurchschnittlich stark wachsen?

 

Die Solarbranche ist weiterhin eine Wachstumsbranche 

Der Sommer 2018 brachte in Deutschland viele Rekorde. Neben den negativen Auswirkungen, wie zum Beispiel die extreme Dürre und hohen Temperaturen, sorgte er auch für eine hohe Sonnenscheindauer. Dadurch konnten durch Solaranlagen mehr als 46 Mrd. kWh Solarstrom erzeugt werden. Im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von satten 18 Prozent. Gleichzeitig deckte Photovoltaik rund acht Prozent des deutschen Bruttostromverbrauchs. Zusätzlich wurde im letzten Jahr laut Statistiken des Bundesverbandes Solarwirtschaft neue Anlagen mit einer Leistung von 2.960 Megawatt installiert. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das immerhin einem Zugewinn von 68 Prozent. Diese Zahlen belegen eindrucksvoll: Solaranlagen in Kombination mit Speichertechniken werden auch weiterhin einen entscheidenden Beitrag zur erfolgreichen Transformation des Energiesektors in Deutschland übernehmen.


Photovoltaik-Anlagen für die Energiewende

Im Frühjahr 2018 wurde im Koalitionsvertrag festgehalten, dass bis 2030 der Anteil Erneuerbare Energien auf 65 Prozent steigen soll. Laut einer Prognose des Fraunhofer ISE ist dafür ein jährlicher PV-Zuwachs von rund 5 Gigawatt (GW) notwendig ist. Hierfür werden natürlich geeignete Flächen benötigt. Die gute Nachricht: Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geht von einem Ausbaupotential an restriktionsfreien Freiflächen von über 300.000 Hektar aus. Dies entspricht in etwa einer Leistung von 143 GW. Dazu kommen noch einmal 275 GW Nennleistung auf Dach-, Fassaden- und anderen Siedlungsflächen. Photovoltaik wird an dieser Stelle sicher eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der Energiewende spielen. Und spielt diese bereits heute schon mehr als erfolgreich. An sonnigen Tagen können PV-Anlagen bis zu 45 Prozent, an Sonn- und Feiertagen sogar bis zu 60 Prozent, des Strombedarfs decken. Der Gewinner sind wir alle. Allein im Jahr 2017 konnten durch den Betrieb von Solaranlagen in Deutschland rund 24 Mio. Tonnen Treibhausgasemissionen vermieden werden.


Steigende Nachfrage nach Solaranlagen weltweit

Experten für das laufende Jahr gehen davon aus, dass die Preise für Photovoltaik-Module um ein Drittel sinken. Das führt zu einem weiteren Anstieg der Photovoltaik-Nachfrage. China bleibt auch weiterhin ein Motor des Ausbaus: Obwohl das Land die Solarförderung gekürzt hat, wurde im Jahr 2018 eine Photovoltaik-Leistung von rund 44 GW neu installiert. Aber nicht nur China arbeitet an neuen Rekorden. Auch die USA, Indien, Japan und vor allen Dingen der Nahe Osten und Nord-Afrika (MENA-Region) verzeichnen eine konstant hohe Nachfrage. Der Solar Outlook Report der Middle East Solar Industry prognostiziert in der sonnenreichen Region ein deutliches Wachstum. Schon heute hat der Markt in der MENA-Region ein Gesamtvolumen von 20 Milliarden US-Dollar. Laut Bericht hat die Region das Potential in der Zukunft mit ein US-Cent pro Kilowattstunde den billigsten Photovoltaik-Strom zu erreichen. Nicht umsonst sind wir in Jordanien und Ägypten vertreten…


Zukünftige Entwicklungen und Trends

Neue Entwicklungen und Optimierung von bestehenden Technologien sowie geringere Kosten haben einen positiven Einfluss auf die Position des Solarstroms auf dem Energiemarkt. Die Forschung und Entwicklungsabteilungen erhöhen die Leistung der Photovoltaik-Module ständig. Gleichzeitig senkt der Ausbau der Produktionskapazitäten die Preise. Der limitierende Faktor wird in Deutschland und Europa langfristig das Angebot geeigneter Standorte für Freiflächenanlagen sein. Aber auch hier wird unter dem Stichwort Agro-Photovoltaik an Lösungen geforscht: Mit einer Kombination aus Landwirtschaftsflächen und PV-Anlagen kann der Flächenbedarf gesenkt werden und eine gleichzeitige Energie- und Lebensmittelernte ermöglichen. Dazu werden die PV-Anlagen einfach höher installiert und die darunter liegenden Flächen landwirtschaftlich genutzt. Darüber hinaus bieten Freiflächen im besiedelten Raum noch viel unerschlossenes Potential. Mittlerweile haben das viele Kommunen erkannt und streben eine intensivere Nutzung von Dachflächen und bereits versiegelten Flächen an. In Tübingen sind beispielsweise bei Neubauten PV-Anlagen auf den Dachflächen vorgeschrieben.

Als Hersteller von Montagesystemen für Photovoltaikanlagen blicken wir optimistisch auf den PV Markt angesichts der jüngsten Entwicklungen. Denn jedes Photovoltaik-Modul muss einen über Jahre hinweg sicheren Platz finden. Dazu dienen unsere Montagesysteme und Befestigungssysteme für Photovoltaikanlagen. Kurzum: Es bleibt spannend!



Zur Newsübersicht Nächster Beitrag