Der US-Amerikanische Solarmarkt im Überblick

15. August 2019

Allen Nachrichten rund ums Fracking und Kohleförderung zum Trotz wächst der Anteil der erneuerbaren Energien in den USA stetig. Das freut uns natürlich als Hersteller von PV-Montagesystemen. Aktuell sind zwei Millionen Solaranlagen in den USA installiert. Das ist eine Verdoppelung seit 2016. Fast die Hälfte der PV-Anlagen steht allein im sonnigen Kalifornien. Aber auch die anderen Bundesstaaten legen kräftig zu. Aufgrund der Schließung von Kohlekraftwerken – in 2018 wurden immerhin 18 Anlagen vom Netz genommen – und dem Ausbau der Erneuerbaren Energien, schreitet der Umbau des Stromsektors in den USA weiter voran. Erneuerbare Energien, einschließlich der Wasserkraft, liefern nun fast 18 Prozent des US-Stroms. Die Wasserkraft leistet mit rund der Hälfte der Gesamtmenge den Großteil der grünen Energie. Aber auch die Photovoltaik ist mit einem Zubau von fast 12 GW neuer Kapazität eine treibende Kraft für dieses Wachstum. Die Preise für Solarmodule aus kristallinem Silizium (c-Si) gingen 2018 auf etwa 27 US-Cent pro Watt zurück, ein dramatischer Rückgang gegenüber 79 US-Dollar pro Watt (2018 US-Dollar) im Jahr 1976.

Neben den günstigen Preisen für Module stehen auch für die kommenden Jahre Strategien zur Förderung des Wachstums nachhaltiger Energie durch die Festlegung neuer, ehrgeiziger Ziele und Vorschriften für saubere Energie auf der Agenda. Das sind gute Aussichten für die Solarbranche. Die Solar Energy Industries Association geht davon aus, dass sich die in den USA insgesamt installierte PV-Kapazität in den nächsten 5 Jahren mehr als verdoppeln wird. Ihre Prognosen zeigen, dass bis 2023 jährlich über 14 GW PV-Kapazität installiert werden.

Der amerikanische PV-Markt

Nach einem Jahrestief in 2017 erholte sich die Solarbranche in den letzten Monaten. Im Jahr 2018 wurden immerhin rund 32.000 neue PV-Anlagen auf Dächern installiert. Unsicherheiten bezüglich Solar- und Metalltarife belasten aber weiterhin Kaufentscheidungen. Ein Grund dafür dass in der Vergangenheit der US-amerikanische Markt für Wohn- und Gewerbesolaranlagen geschrumpft ist. Mittlerweile gibt es jedoch Anzeichen dafür, dass in einigen Bundesstaaten der Markt wieder anzieht, vor allen Dingen weiterhin beim Vorreiter Kalifornien. Dabei spielt auch eine wegweisende Entscheidung der kalifornischen Energiekommission Anfang 2018 eine wichtige Rolle. Ab 2020 wird für alle neuen Häuser die Installation einer PV-Anlage verlangt. Diese Entscheidung wirkt sich auch erheblich auf langfristigen Prognosen aus. Das hat natürlich einen erheblichen Einfluß auf den Residential Markt für PV-Montagesysteme. Zusätzlich steigt die Nachfrage durch die Entwicklungen der Kombination aus Photovoltaik und Speicher (PV + S) weiter an. Hier liegen Kalifornien und Hawaii im Bereich der „in Auftrag gegebenen Projekte“ deutlich vorn. Einen Rückgang erlebte die Tesla-Solarsparte. Das Unternehmen hat im Jahr 2018 seine führende Rolle auf dem Solarmarkt an den Konkurrenten Sunrun abgeben müssen. Davor hatte Tesla zeitweise ein Drittel aller Photovoltaik-Neuinstallationen auf Wohnhäusern in den USA auf sich vereint. Das könnte sich aber schnell wieder ändern. In diesem Jahr hat Tesla-Chef Elon Musk angekündigt, die Produktion des schon 2016 vorgestellten Solardachs hochzufahren und bis Ende des Jahres eine Produktion von 1000 Solardächern pro Woche zu erreichen.

Ausblick auf die nächsten Jahre

Die Solarbranche in den USA blieb auch – trotz der Ungewissheit über eine neue Steuer- und Tarifpolitik – im Jahr 2018 robust. Während für die derzeitige US-Regierung der Fokus nicht gerade auf dem Ausbau der erneuerbaren Energien liegt, füllen viele andere diese Lücke. Staaten, Städte, Gemeinden und Unternehmen reagieren auch weiterhin mit zunehmend ehrgeizigen Nachhaltigkeitszielen, die das Wachstum des Solarmarkts vorantreiben.

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